Donnerstag, 10. Januar 2008

Xi'an - Die erste Hauptstadt des Kaiserreichs

Der erste Kaiser Qinshihuang (siehe anderen Blog-Eintrag - Grins) hat die Stadt Xi'an als erste Hauptstadt des Kaiserreichs gewählt. In der Geschichte war Xi'an immer wieder die Hauptstadt von China. Xi'an war auch der Ausgangspunkt der berühmten Seidenstraße. Heute hat Xi'an circa 7 Millionen Einwohner (so 2x die Größe von Berlin).

Xi'an hat neben den bekannten Sehenswürdigkeiten (Terrakotta-Armee, Mausoleum, Wildganspagode, etc.) auch eine wunderbare erhaltene Stadtmauer die im 14 Jahrhundert erbaut wurde. Es ist die größte erhaltene Stadtmauer in China mit einer Länge von fast 14 km (13.6 km um genau zu sein). Die Stadtmauer wurde in der Ming-Dynastie(1368-1644) gebaut. Bauzeit war von 1370 - 1378.
Damit man sich einen Eindruck von den gewaltigen Dimensionen machen kann noch ein paar Abmessungen.
12 Meter Höhe
5 - 12 Meter Breite (auf der Höhe)
Basisbreite 15 - 18 Meter

Die Innenstadt wurde von der Stadtmauer geschützt und der Zugang war zu historischen Zeiten durch Zugbrücken geregelt. Bei Google sieht man die Dimensionen wunderbar.



Nach historischen Angaben wurde die Zugbrücken morgens durch ein läuten des Glockenturms abgelassen und durch Trommeln (des Trommelturms) abends wieder geschlossen.

Der Glockenturm (im Hintergrund) und mein Team.



Der Trommelturm inkl. Frontsicht.




Auf der Stadtmauer sind auch einige historische Waffen und Gegenstände ausgestellt.






Qinshihuang - Das Mausoleum des ersten Kaisers

Der erste Kaiser von China ist weltberühmt.
Sein Name ist "Qinshihuang ". Wie noch nie gehört? Aha aber die Terrakotta-Armee ist ja bekannt und er war der Auftraggeber. Der Bericht ist allerdings nicht über die Terrakotta-Armee (der kommt noch, keine Sorge) sondern über sein Mausoleum das nicht so bekannt ist.

So circa eine Stunde entfernt von der historischen Stadt "Xi´an" findet man das Mausoleum des ersten Kaisers von China. Das Mausoleum ist mittlerweile über 2200 Jahre alt.
Der Kaiser Qinshihuang lebte von 259 – 210 "vor" Christus. Er war der erste der China vereinigte und zentralistisch regierte. Er legte auch den Grundstein für die "Chinesische Mauer".
Die Grabanlage an sich ist gigantisch da auch der Fundort der Terrakotta-Armee dazu zählt. So kommt man auf stolze 50 km². Das Mausoleum hat eine pyramidenförmige Form von 350 x 350 Meter. Die Höhe beträgt 46 Meter. Die ursprünglichen Abmasse sollen bei 515 x 485 Meter gelegen haben wobei die Originalhöhe auf 120 Meter geschätzt wird. Auch war der Hügel früher mit Kiefern und Zypressen bedeckt die man nun wieder angepflanzt hat. Der Duft von Kiefern und Zypressen, so ein alter chinesischer Volksglaube, schützt vor Geistern.
Hier ein Blick auf die Spitze der Pyramide bzw. von oben herunter.



Vom Grab an sich gibt es nicht viel zu sehen da dieses momentan nicht geöffnet ist. Grund hierfür ist dass man darüber ein riesiges Gebäude bauen muss, um es zu schützen (Bei der Terrakotta-Armee wurden einige Gruben geöffnet mit wunderbarer Malerei die innerhalb der Atmosphäre zerstört wurden). Mit der heutigen Bautechnik kann man ein Gebäude, das groß genug für den Schutz des geöffneten Grabs ist, nicht bauen. Das Entwässern ist auch ein Problem da man vermutlich auf große Mengen Grundwasser stößt. In der Grabkammer wurde reichlich Quecksilber verwendet (der Erzählung nach wurden damit Flüsse und Seen in der Grabkammer nachgebildet).

Ansonsten kann mal einmal um die Pyramide rumfahren. Einige Gegenstände betrachten und sich eine typisch chinesische Show anschauen.



Ganz ehrlich nicht mein Geschmack aber macht euch selber ein Bild davon. Die Musik war übermäßig laut und brrrrrr.


Mittwoch, 9. Januar 2008

Huaqing - Thermalquelle - Bäder - Historischer Schauplatz

Wie ihr im Titel lesen könnt ist dieser Ort ein historischer Streifzug durch China.

Huaqing befindet sich unterhalb des Lishan-Berges (1.256 Meter) und ist seit langem durch die dortigen Thermalquellen bekannt (so wie Bad Kissingen gelle). Nach den historischen Aufzeichnungen wurden diese Quellen sehr früh entdeckt (vor ca. 3000 Jahren !!!!). Die vier Thermalquellen haben eine konstante Temperatur von 43 Grad und einmal Händewaschen in der warmen Quelle kostet gleich mal 50 Euro-Cent. Die Quellen haben eine Heilwirkung gegen Rheuma und Hauterkrankungen.
Heute ist hier kleine Parkanlage mit schöner Landschaft und alten Bädern.



Ein kleiner Rundumblick über die Anlage.



Diese alten Bäder wurden erst 1982 entdeckt und sind mittlerweile freigelegt. Man hat 5 zerstörte Badebecken gefunden und darüber ein Museum errichtet.



Jedes Bad hat einen eigenen Namen aber das würde hier zuweit führen aber eine Tafel mit Erklärungen habe ich mal fotografiert. Ach ja in dem Park ist noch, wie soll ich es sagen, wohl die chinesische Version der "Venus" aufgestellt - Grins.



Der Ort ist auch bekannt für seinen historischen Hintergrund während des chinesischen - japanischen Krieges. Dieses Ereignis fand am 12. Dezember 1936 statt, deshalb nennt man es auch den Zwischenfall vom „Doppelten Zwölften“. Nachdem die Japaner im Jahr 1931 Nordostchina besetzt hatten, wurde das ganze Land von den japanischen Invasoren bedroht. Da zu dieser Zeit China nicht vereint war wurde damals auf Jiang Jieshi (einer der militärischen Führer) ein Attentat versucht. Er entkam diesem Attentat durch Flucht aus einem Fenster aber die Einschusslöcher sind heute noch zu sehen. Das ganze wurde zu einem kleinem Museum umgestaltet. Für mich war das nicht so interessant aber für meine chinesischen Kollegen natürlich schon.
Hier wurde eine erste Vereinigung des damals zerstritten Reiches erzielt da Jiang Jieshi später gefangenen genommen wurde. Um im Interesse des Widerstands gegen Japan den Zwischenfall friedlich beizulegen, traf eine Delegation der KP Chinas mit Zhou Enlai an der Spitze in Xian ein. Durch lange und zähe Verhandlungen nahm Jiang Jieshi alle Bedingungen an, mit der KP Chinas zusammenzuarbeiten und eine Einheitsfront gegen Japan zu bilden. Zwei Wochen nach der Gefangennahme wurde er wieder freigelassen. Die friedliche Beilegung beseitigte die ernste Gefahr eines großen chinesischen Bürgerkriegs.



Dienstag, 18. Dezember 2007

Shanghai Stadtplanungsbüro - Shanghai Urban Planning Exhibition Centre

Shanghai Urban Planning Exhibition Centre das ist ein Titel aber mit Titeln sind die Chinesen sehr gut (und des bedeutet denen auch sehr viel). Bei uns würde man wohl Stadtplanungsbüro sagen aber mal ehrlich das hört sich doch nicht so gut an wie Shanghai Urban .......

Wir (Lotte, Carmen und ich) haben diese Ausstellung besucht. Eigentlich wurde mir diese von Tilmann empfohlen aber die Fragen

Was stellt man sich darunter vor?
Muss man da hineingehen?

konnten wir nicht beantworten.

Also gingen wir mal eines Tages los (hört sich dich fast an wie "Es war einmal.....".

Allein die Außenansicht ist bemerkenswert wie Ihr selber sehen könnt.


Natürlich kann man nicht einfach da so hineingehen. Es kostet Eintritt. Obwohl China kommunistisch ist in manchen Bereichen doch der Kapitalismus fest vertreten.

Im Stadtplanungsbüro wird einerseits das historische Shanghai dargestellt, der momentane "Stand" aufgezeigt und die weitere, zukünftige Entwicklung, im Modell präsentiert.

Im EG ist ein "kleines Modell" mit dem aktuellen Stand der Dinge.



Damit man sich eine Vorstellung machen kann wie Shanghai (und vor allem Pudong) ausgesehen hat schaut man sich am besten folgenden Vergleich an. Die beiden Fotos wurden vom gleichen Standpunkt aus aufgenommen. Einmal im Jahr 1990 und 14 Jahre später in 2004. In Shanghai wachsen die Wolkenkratzer wie Pilze und wenn man die Fotos anschaut so ist das nicht untertrieben.



Und das zukünftige Shanghai ist in einem gigantischen Modell dargestellt mit Tag- und Nachtwechsel. Schaut euch am besten die Fotos und den Film an.



Schwenk über das zukünftige Shanghai.


Sogar der Flughafen und ein Erdbeben (kleiner Witz) werden dargestellt.



Auf die Spitze wird das ganze allerdings getrieben durch eine 360 Grad Präsentation von Shanghai im Jahre 2020. Das ganze ist ein Computer generierter Rundumschlag. Man fährt sozusagen durch das zukünftige Shanghai. Ob das aber alles so kommt (oder auch nicht) wer weiß.

Zurück zum Anfang:
Was stellt man sich darunter vor? - Na das wisst ihr jetzt alle.
Muss man da hineingehen? - JAAAAAAAAAAAAA Absolut


Große Wildganspagode - Big Wild Goose Pagoda

Nach langer Zeit hat sich die Gelegenheit ergeben endlich mal einen historische Stadt zu besichtigen. Die berühmte, historisch und geschichtsträchtige Stadt Xi'an.
Xi'an war die Hauptstadt des ersten Kaisers und der ist ja sogar den Deutschen bekannt (sage nur Terrakottaarmee). Also der Kaiser hieß Qin Shihuangdi (221 v. Chr.–209 v. Chr.) aber an anderer Stelle mehr zu dem Thema.

Erste Besichtigung in Xi'an war die "Große Wildganspagode". Die Geschichte der Pagode ist den Chinesen wohlbekannt (mir musste Sie erst erklärt werden).



Die Geschichte ist wie folgt (habe das chinesisch / englisch ins deutsche übersetzt) :
"In diesem Buddhistischen Kloster durften damals die Mönche auf Fleisch essen. Eines Tages gingen die Vorräte zu Neige. Ein Mönch rief: "Es ist kein Fleisch mehr da und Buddha muss dies wissen". Kaum hat der Mönch das gesagt fiel ein Wildgans aus dem Schwarm der über das Kloster flog, tot vom Himmel. Die Mönche, erschrocken wie sie waren (die Mönche glaubten Buddha selbst hat sich geopfert) errichteten der Wildgans eine Pagode - daher auch der Name "Große Wildganspagode".



Noch mehr bekannt ist die Geschichte des Mönches Xuanzang der 17 Jahre durch Indien gereist ist und den Buddhismus sozusagen nach China importiert hat. Diese Geschichte ist besser bekannt unter dem Titel "Die Reise nach Westen". Bevor nämlich die Pagode gebaut wurde war hier ein Tempel. Der Tempel wurde von Kaiser Gaozong zu Ehren seiner Mutter gebaut (647 AD). Die Pagode wurde 652 AD in der Tang Dynastie gebaut. Damals hieß Xi'an noch Chang'an.

Die Pagode an sich hat 7 Stockwerke und will man ins oberste (so in 60 Meter Höhe) ist Treppensteigen angesagt.



Innerhalb der Pagode gibt es neben den üblichen "Andenkenläden" auch einen hervorragenden Ausblick und der kostet nix (Naja der Eintritt in die Pagode kostet schon was).



Vor der Pagode ist noch ein wunderbarer Park mit einer Skulptur von mir aäääh Buddha.



Es sind auch einige interessante kleine Ausstellungen z. Bsp. von farbigen Steinskulpturen wobei die Farbe nicht gemalt ist sondern nur durch die unterschiedlichen Steinschichten hervortritt.
Anbei ein Front - und Seitenansicht.



Montag, 17. Dezember 2007

Winnetou und Old Shatterhand - Der Schuh des Manitu - auf chinesisch

Da fehlen einem die Worte.

Wollte dieses Foto erst unter Schnappschüsse veröffentlichen aber ich finde dieses Foto hat einen eigenen Eintrag verdient.



Ein chinesischer Indianer und ein chinesischer Cowboy die Werbung für Kaffee machen (Kirin Fire). Ist aber eine japanische Getränkefirma die auch Bier macht.

Da legst dich nieder. Es fiel mir nix mehr ein.
Mir kamen nur Zitate und Worte aus einem allgemein bekannten deutschen Film so zufällig ins Hirn.

"Ja hast du was gegen meinen Reitstil ?" - "Des is doch kei Reitstil... des is Tierquälerei"

Eins geht noch
"Mach Kaffee!" - "Was ist das?" - "Ein koffeinhaltiges Heißgetränk!"

Gut ein wirklich allerletztes Zitat
"Jetzt geht ihr alle noch einmal aufs Klo und dann reiten wir los..."


Dienstag, 11. Dezember 2007

Weihnachen Shanghai versus Singapur

Weihnachten in Shanghai wird von den Chinesen so gut wie gar nicht gefeiert. In Hotels oder in der Wohnanlage wo ich wohne sind natürlich Weihnachtsbäume (künstliche), Beleuchtung (flackernde LEDs) und sogar Pfefferkuchenhäuser habe ich gesehen.
Die Chinesen haben schon verstanden dass man damit Geld verdienen kann. Aber ansonsten ist kein weihnachtliches Flair in Shanghai zu spüren.

Ganz anders in Singapur.
Man hört die Leute immer über "Weihnachtseinkäufe in New York" reden. Mir persönlich wäre der Weihnachtseinkauf in Singapur lieber? Warum? Schaut selbst.

Die tropischen Bäume sind alle mit Sternen und Girlanden geschmückt (nachts natürlich beleuchtet).



Moment werden sich jetzt einige Fragen. Singapur? Weihnachten? Christliches Fest? Im Gegensatz zu manch anderen Ländern wird in Singapur das nebeneinander von den verschiedenen Religionen toleriert.
Buddhisten, Hindus, Islamisten und Christen leben nebeneinander. Die Gotteshäuser stehen teilweise in der Nachbarschaft. Bisher habe ich keine Probleme bei diesem miteinander gesehen. Auch bei den Feiertagen hat man sich geeinigt. Es werden nicht alle gefeiert (z. Bsp. kein Pfingsten) aber von jeder Religionsgemeinschaft werden 2 Hauptfeste gefeiert (Weihnachten und Ostern bei den Christen).



Es gibt auch Nussknacker und wie gesagt die Strasse ist auch schön dekoriert. Einzig die Gelüste nach Glühwein kommen nicht auf - Grins.



Weihnachtsbäume und Beleuchtung überall auf den Strassen.



Den heftigsten Weihnachtsbaum habe ich aber im Takashimaya Einkaufszentrum gesehen. Dieser (wie gesagt künstlich) erstreckt sich bis in den 3 Stock. Dagegen war der im Hotel kleiner aber die Orchideen von Weihnachtssternen umrahmt.



Auch Herr und Frau Nikolaus waren da und wollten mir mein Geschenk überreichen welches ich leider nicht mitnehmen konnte. Die hatten sich leider getäuscht.



Also nachdem ihr diesen Bericht gelesen habt wo wollt ihr nun Weihnachtseinkäufe machen?